Doppelseitiger Bericht in der März-Ausgabe des Magazins „Ein Herz für Tiere“
Archiv des Autors: Birgit Schulze
Das neue Auto ist da!
Liebe Freundinnen und Freunde des Erdlingshofs,
wir haben es geschafft – der Erdlingshof hat ein „neues“ Auto!
Ende Dezember starteten wir den Aufruf, dass wir Unterstützung für die Finanzierung eines PKW benötigen, da unser bisheriges (geliehenes) Auto ohne die dringend notwendigen, aber sehr kostenintensiven Reparaturen den nächsten TÜV nicht überstehen würde. Daher waren wir gezwungen, uns nach einem anderen Fahrzeug umzusehen.
Durch die Kampagne hat sich sehr kurzfristig ergeben, dass wir von großzügigen Spenderinnen aus München einen Audi Quattro geschenkt bekommen haben. Der Wagen hat Allradantrieb und Anhängerkupplung, was für uns wichtig ist, damit wir Tierrettungen durchführen und die Höhenmeter des Bayerischen Waldes gut bewältigen können.
Da das Fahrzeug schon weit über zehn Jahre alt ist, sind auch hier Reparaturen erforderlich. Die Spenden, die aufgrund der Kampagne eingegangen sind, reichen wahrscheinlich aus, um die anstehenden Reparaturkosten damit ausgleichen zu können.
Ebenfalls noch im letzten Jahr fand eine große Charity-Veranstaltung mit Gabriele Busse zu Gunsten des Erdlingshofes statt. Die Kabarettistin spendete alle Einnahmen ihres Auftritts inkl. veganem Buffet dem Erdlingshof. Die stolze Summe von zweitausend Euro kam zusammen und wurde uns persönlich von der Künstlerin überbracht.
Die niederbayerische Presse besuchte uns anlässlich der Spendenübergabe und berichtete sehr positiv darüber. Den Zeitungsartikel finden Sie auf unserer Webseite.
Zurzeit machen wir uns Sorgen um Jonny, dem ältesten auf dem Erdlingshof lebenden Schaf.
Jonny hat altersbedingte, gesundheitliche Probleme und hinzu kommt eine akute Blasenentzündung. Deshalb trägt er eine Decke und wird momentan auch tierärztlich behandelt.
Da Jonny gerade etwas mehr Ruhe braucht, schläft er nachts bei den Gänsen in deren Haus. Dort ist er gern und hält sich auch meist tagsüber in der Nähe auf. Manchmal macht er am Tag einen Abstecher zu den Ziegen und Schafen, kehrt aber danach auch von allein zum Gänsehaus zurück.
Auf dem Bild oben sehen Sie Jonny mit Florian, der ihm gerade einen Besuch abstattet.
Das untere Bild zeigt Pfiffikus bei dem Versuch, dem Schneemann seine Karottennase zu klauen.
Zum Abschluss möchte ich mich im Namen der Erdlinge bei allen bedanken, die uns in den letzten Wochen und Monaten bei der Umsetzung unserer Ziele geholfen haben.
Durch Sie sind wir in der Lage, schon bald weitere Tiere aufnehmen zu können, wovon wir Ihnen in der nächsten Ausgabe berichten werden. So viel können wir Ihnen schon verraten: Es werden u. a. zwei Pferde dabei sein.
Ihr
Johannes Jung
Artikel in „Viechtacher aktuell“ vom 31. Dezember 2014
PDF-Version: HIER
Artikel in „Viechtacher Anzeiger“ vom 29. Dezember 2014
Eine Geschichte mit einem wahren Happy End auf dem Erdlingshof (3/3)
Im dritten und letzten Teil erfahren Sie heute, wie der neue Erdlingshofbewohner gerettet wurde.
Als „Ferkel Nummer 0187“ achtundzwanzig Tage alt wurde, erlebte es den traurigsten Tag seines Lebens. An diesem Tag gingen die Stalltüren auf und es hörte die lauten Geräusche eines LKW.
Seine Mutter fing sofort an unruhig zu schreien und versuchte sich mit aller Kraft aus ihrem eisernen Käfig zu befreien, denn sie wusste noch genau was mit ihren vorigen Kindern passierte, als der LKW kam.
„Ferkel Nummer 0187“ bekam große Angst und versuchte sich unter seiner Mutter zu verstecken. Seine Mutter kämpfte so sehr und versuchte den Käfig, in dem sie sich kaum rühren konnte, mit aller Kraft zu durchbrechen. Doch ihr Kämpfen half nichts – gegen die Eisenstangen hatte sie keine Chance.
Wie auch seine Geschwister und all die anderen kleinen Ferkel im Stall wurde „Ferkel Nummer 0187“ vor den Augen seiner Mutter gepackt und den langen Flur entlang Richtung LKW getrieben. Seine Mutter wusste, dass sie ihr Kind nie wieder sehen würde und schrie und tobte vor Schmerz.
Kaum waren alle Ferkel auf dem LKW, setzte sich dieser auch schon in Bewegung. Sie hatten große Angst und drängten sich dicht zusammen, sie waren den Temperaturunterschied nicht gewohnt und froren sehr. Nach vielen Stunden Kälte auf der Autobahn kamen sie in einen Mastbetrieb. Dort wurden sie wieder vom LKW herunter getrieben und eingesperrt.
In dem großen Gedränge hatte „Ferkel Nummer 0187“ seine Geschwister verloren. Jetzt fehlte ihm nicht nur seine Mutter, sondern auch seine Geschwister. Trauer und Langeweile quälten ihn, während er stundenlang auf dem harten Betonboden lag, von dem er wunde Stellen bekam.
Schon nach wenigen Tagen musste „Ferkel Nummer 0187“ seine Reise weiter fortsetzen, diesmal musste er aber den Weg ganz allein gehen. Er wurde in eine kleine Kiste gepackt und hatte dabei Todesangst, denn er wusste nicht, was die Menschen mit ihm vorhatten.
„Ferkel Nummer 0187“ landete als Überraschung auf einem Geburtstagstisch. Jedoch konnte es dort nicht bleiben und so sollte es wieder zu dem Mastbetrieb zurück, was sein sicheres Ende als Spanferkel bedeutet hätte.
Doch „Ferkel Nummer 0187“ hatte Glück: Die Beschenkte hatte ein großes Herz und wollte nicht, dass es getötet wird. Sie kämpfte um das Leben des kleinen Ferkels und so kam es dazu, dass es auf den Erdlingshof kam. Hier lebte es sich gut ein und fand in Totoro, Prinz und Bonnie schnell neue Freunde. Auf dem Erdlingshof hat „Ferkel Nummer 0187“ ein sicheres Zuhause gefunden und kann dort bis an sein Lebensende bleiben! Ein seltenes Glück für ein Lebewesen, das als sogenanntes Nutztier mit einer Nummer geboren wurde.
Bildquellen:
Patrick Sabatkiewicz (flickr) o.l.
Johannes Jung (Bild aus einer Mastanlage) o.r.
Erdlingshof (das neue Zuhause des kleinen Erdlings)
Eine Geschichte mit einem wahren Happy End auf dem Erdlingshof (2/3)
Heute erfahren Sie im zweiten Teil, wie es dem neuen Erdlingshofbewohner in den ersten Tagen seines Lebens erging und was er durchmachen musste.
“Ferkel Nummer 0187” fühlte sich bei seiner Mutter sicher und geborgen. Es wusste, dass sie ihn beschützen würde, denn sie liebte ihre Kinder. Vergnügt spielte es mit seinen Geschwistern und sie fühlten sich wohl. Doch plötzlich konnte man hören, wie sich die Stalltür öffnete und Menschen den Stall betraten. Die Mutter der kleinen Ferkel begann unruhig zu rufen und die Kinder hatten große Angst, denn so hatten sie ihre Mutter noch nie erlebt.
“Ferkel Nummer 0187” hörte auch ein immer näher kommendes Quieken von den anderen Ferkeln, die förmlich um ihr Leben schrien. Schließlich näherte sich einer der Menschen, packte das kleine Ferkel mit seiner großen Hand und riss es in die Höhe.
Voller Panik schrie es so laut es konnte nach seiner Mutter. Diese antwortete zwar, konnte ihm aber nicht helfen, denn so sehr sie auch wollte, sie war in ihrem Eisenkäfig gefangen. Auch die Geschwister des kleinen Ferkels gerieten in Panik, denn was nun folgte, war an Grausamkeit und Schmerz kaum zu überbieten:
Bei vollem Bewusstsein wurden die kleinen Ferkel kastriert, bei vollem Bewusstsein wurden ihnen die Eckzähne abgeschliffen und bei vollem Bewusstsein wurden ihnen die kleinen rosa Ringelschwänze mit einem heißen Eisen abgetrennt.
“Ferkel Nummer 0187” wurde schließlich wieder zu seinen Geschwistern und zu seiner Mama geworfen. Doch es wollte nicht mehr spielen, zu stark waren die Schmerzen und sein ganzer Körper zitterte. Als der Schock etwas nachließ, stand es auf wackeligen Beinen und suchte durch die Eisenstäbe hindurch Trost bei seiner Mutter. Sie war immer noch ganz unruhig und rief nach Ihren Kindern. “Ferkel Nummer 0187” und seine Geschwister schmiegten sich zusammen an ihre Mama, die sie mit ihrem warmen Körper und leisen Rufen etwas beruhigen konnte.
Noch lange war der ganze Stall von Angst und Schrecken erfüllt. Erst als am Abend die Stalltür zuschlug und die Menschen den Stall verließen, kehrte Ruhe ein. Vereinzelt hörte man noch ein leises Wimmern. Auch „Ferkel Nummer 0187“ hatte noch große Schmerzen und konnte nicht schlafen.
Bildquellen:
Deutsches Tierschutzbüro
Absinthias (flickr)
Erdlingshof
Eine Geschichte mit einem wahren Happy End auf dem Erdlingshof (1/3)
Heute erfahren Sie im ersten von drei Teilen, wie das Leben des neuen Erdlingshof-bewohners begonnen hat:
Als “Ferkel Nummer 0187″ zusammen mit seinen Geschwistern das Licht der Welt erblickte, war es sehr erschöpft und lag zitternd auf dem harten und kalten Betonboden. Weiterlesen
Ein neuer Erdling auf dem Erdlingshof?!
Hannah, das Haus-Huhn
Hannah leidet an einer Augenerkrankung und ist inzwischen völlig erblindet. Sie wird von den anderen Hühnern dadurch leider verstoßen und manchmal auch gepickt.
Daher lebt Hannah mit den Hunden bei uns im Haus.
Artikel in „Viechtacher Bayernwald-Bote“ vom 10. Oktober 2014
PDF-Version: HIER










